Bürgerforum Eidelstedt vom 16. Dezember 2013

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– ein kurzer subjektiver Bericht

Das sechste öffentliche Plenum wurde in der Aula der Stadtteilschule Eidelstedt – nach einem Grußwort der Abteilungsleiterin der Schule, Susanne Kerst – von der frisch gebackenen ordentlichen Geschäftsführung des Forum eröffnet.

Zuerst kam nach kurzen Nachfragen zu Nachpflanzungen und Spielplatz neben dem Eidelstedt Center das erste Hauptthema des Abends zur Sprache: Dr. Christoph Ramcke präsentierte – stellvertretend für seine Familie – die drohende „Enteignung“ des Ackerlands der Familie durch die Stadt Hamburg.christoph_ramcke_plenum_20131216Hintergrund ist eine Kündigung der Pachtflächen, die heute ausschließlich agrarwirtschaftlich genutzt werden. Diese sollen in Grünanlagen umgewandelt werden – als Ausgleichsflächen für die Erweiterung der angrenzenden Autobahn A7.

Auf diesen Äckern werden heute – und schon seit Ewigkeiten – die Futtermittel für Hagenbecks Elefanten angebaut. Gedüngt werden diese wiederum mit Elefantendung. Ein bespielhaft ressourcenschonender ökologischer Kreislauf.

Dass nicht nur die Zukunft der Familie Ramcke bedroht ist, bestätigt Bauer Krohn, der das Plenum darüber aufklärte, dass auch seine Flächen von Kündigungen seitens der Stadt betroffen sind. Das Forum wird unter Leitung von Dr. Christoph Ramcke eine Interessengruppe bilden, die das weitere Vorgehen klären soll.

Den zweite Teil des Abends bestritt Beate Hafemann von raum + prozess mit der Vorstellung des Moderationsverfahrens für die „Zukunftsplanung Eidelstedt Zentrum“, so der Arbeitstitel des Projektes, mit dem der Bezirk das Unternehmen beauftragt hat.

beate_hafemann_02_plenum_20131216Bis August 2014 sollen in einem mehrstufigen Prozess – einer Art Zukunftswerkstatt – die Ideen und Vorstellungen unterschiedlichster Bewohner und Interessengruppen des Stadtteils im Bezug auf die strategische Ausrichtung des Zentrums von Eidelstedt in einen Masterplan einfließen.

Verwirrung stifteten im Plenum die Definitionen für „Eidelstedt Zentrum“ und „Masterplan“. Hier gehen die Vorstellungen in Bezug auf räumliche und zeitliche Ausdehnung weit auseinander. Aber gerade auch solche Fragen können in einem Moderationsverfahren gut geklärt werden.

In einer Auftaktveranstaltung Ende Februar 2014 – zu der alle Eidelstedter eingeladen sind – werden die Themenbereiche festgelegt und entsprechende Arbeitsgruppen gebildet, in denen die „Delegierten“ der unterschiedlicher Interessengruppen und Institutionen, bei zwei weiteren Workshop-Terminen die Ideen und Visionen verdichten und konkretisieren werden.

Frau Hafemann unterstreicht, dass sie sehr darum bemüht ist, das gesamte Gemengelage der Interessen im Zentrum abzubilden: von „Mauersitzern“ bis Grundbesitzern. Auch wird fachliche Unterstützung durch Moderation und Hintergrundinformationen, wie Studien etc. zugesichert.beate_hafemann_01_plenum_20131216Am Ende er Veranstaltung wurde noch einmal auf die knappe finanzielle Situation des Forums in der Startphase hingewiesen und eine Spendendose herumgereicht. Mit den Spenden soll der Betrieb der Web Site und der Druck von Flyern sichergestellt, sowie Raummieten und Büromaterial bezahlt werden.

Das nächste Plenum findet im neuen Jahr im Eidelstedter Bürgerhaus am 13. Januar – wieder um 19 Uhr – statt.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für die schöne Zusammenfassung. Eine Kleinigkeit nur: Es ist ja keine Enteignung, da die Ländereien ja nicht uns, sondern der Stadt gehören und Sie die Flächen fristgerecht gekündigt hat. Eine zentrale Frage bleibt für mich halt, wenn man nach 40 Jahren (bzw. tatsächlich bewirtschaften wir die Flächen seit 1954) Flächen gekündigt werden, ob dann nicht irgendjemand das Gespräch suchen sollte, was das eigentlich für uns bedeuet und ob es andere Lösung geben könnte (die es wie an dem Abend dargestellt gibt!)! Eine fristgerechte Kündigung per Einschreiben finde ich da etwas sehr dürftig… Und meine mittlerweile über 200 Saisongärtner aus Eidelstedt und Umgebung (es trudeln weiter täglich Anmeldungen rein) habe ich mich noch gar nicht getraut zu informieren, dass 2015 Schluss sein könnte :-(

  2. Ich würde gerne in der Arbeitsgruppe „Ramcke“ mitarbeiten. Kann jemand den Kontakt herstellen?

    Danke

  3. Ein neuer Kommentar als Versuch.
    Ein gelungener Abend.

  4. Vielen Dank für den guten und schnellen Bericht!

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